Wir nehmen Fahrt auf

Der Ausdruck „wir nehmen Fahrt auf“ beschreibt, dass eine Sache an Schwung gewinnt, sich beschleunigt oder nach einer Phase der Vorbereitung endlich kraftvoll voranschreitet. In der Bibel gibt es für diese Dynamik von Aufbruch, neuem Schwung und unaufhaltsamer Bewegung mehrere starke Analogien und Bilder.
1. Das Bild des Windes und der Segel
In der Antike bedeutete „Fahrt aufnehmen“ vor allem, dass der Wind in die Segel greift. Im biblischen Kontext steht der Wind oft für den Heiligen Geist (hebräisch Ruach, griechisch Pneuma), der Menschen plötzlich antreibt.
Der Aufbruch der Urgemeinde (Pfingsten): Als die Kirche „Fahrt aufnahm“, geschah dies mit einem gewaltigen Brausen.
„Da entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen.“ (Apostelgeschichte 2,2)
Vom Geist getrieben sein: Jesus vergleicht die Bewegung des Geistes mit dem Wind, der unvorhersehbar, aber kraftvoll agiert (Johannes 3,8).
2. Das Bild des fliessenden Wassers
Wenn Gott eine Bewegung startet, wird sie oft mit einem Rinnsal verglichen, das zu einem unaufhaltsamen, reissenden Strom wird.
Die Vision des Tempelbachs: Der Prophet Hesekiel sieht Wasser aus dem Tempel fliessen. Zuerst geht es ihm bis an die Knöchel, dann an die Knie, die Hüften, und schliesslich ist es ein tiefer Strom, der Leben bringt (Hesekiel 47). Das ist die ultimative biblische Analogie für etwas, das kontinuierlich an Fahrt gewinnt.
3. Neue Kraft und das „Laufen ohne zu ermüden“
Wenn Menschen oder Gemeinschaften nach einer Zeit der Stagnation wieder Fahrt aufnehmen, beschreibt die Bibel das oft als einen plötzlichen Schub von göttlicher Energie.
Der Adlerflug: Das wohl bekannteste Bild für neuen Schwung und das Überwinden von Trägheit:
„...aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jesaja 40,31)
Vom Gehen zum Laufen: Der Apostel Paulus nutzt oft die Sportmetapher des Wettlaufs. Wenn der Glaube oder die Mission Fahrt aufnimmt, dann „läuft“ man, um das Ziel zu erreichen (1. Korinther 9,24; Philipper 3,14).
4. Das Bild des Durchbruchs
Manchmal bedeutet „Fahrt aufnehmen“ auch, dass eine Blockade bricht und die Bewegung danach nicht mehr aufzuhalten ist.
Gott als „Herr der Durchbrüche“: Als David einen entscheidenden Sieg erringt, beschreibt er das Vorwärtskommen wie eine Flutwelle:
„Der HERR hat meine Feinde vor mir durchbrochen, wie Wasser durchbricht.“ (2. Samuel 5,20)
US, 18.09.2026





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